Uran im Leitungswasser
Leitungswasser enthält in Deutschland zum Teil zu viel Uran. Vielfach liegen die Messwerte höher als zwei Mikrogramm Uran pro Liter.
Für das Wasser aus der Leitung gibt es bisher keinen Grenzwert! Deshalb kann Leitungswasser für Babys und Kleinkinder gefährlich werden. Das Wasser ist in 13 deutschen Städten zu stark mit Uran belastet. Laut einer Studie des Instituts für Pflanzenernährung und Bodenkunde liegt der Urangehalt unter anderem in Darmstadt, Kassel und Frankfurt am Main über zwei Mikrogramm pro Liter. Das ist der gesetzlich vorgeschriebene Höchstwert für Mineralwasser, das für Säuglinge geeignet ist. Am höchsten waren die Uranwerte im oberfränkischen Kulmbach. Dort wurden über acht Mikrogramm gemessen.
Rund 400 Wasserproben ausgewertet
Im Spätsommer 2006 hatte die ehemalige Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig Wasser in ganz Deutschland untersucht - insgesamt 394 Proben. Den höchsten Gehalt - acht Mikrogramm Uran - maßen die Forscher in den Orten Gunzenhausen und Kulmbach in Bayern. Erst jetzt hat der Leiter der Studie Professor Ewald Schnug die Ergebnisse an die Verbraucherorganisation Foodwatch weitergegeben.
Uran wird nicht herausgefiltert
"Man kann davon ausgehen, dass die Werte noch immer so hoch sind, weil sich der Urangehalt im Grundwasser kaum ändert", sagt Andreas Eickelkamp, Sprecher von Foodwatch. Uran kommt in der Erde vor. Indem Grundwasser durch uranhaltiges Gestein fließt, nimmt es Bestandteile des Metalls auf. Uran ist also nicht durch Umweltverschmutzung in das Wasser gelangt. Die Wasserwerke filtern das Schwermetall nicht aus dem Wasser heraus, sodass auch Leitungswasser Uran enthält.
Uran ist so giftig wie Blei
Uran hat eine ähnlich hohe Giftigkeit wie Blei. Es kann die Niere, Leber und Knochen schädigen. Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf das Schwermetall. Deshalb wurde vor drei Jahren der Grenzwert für Uran in Mineralwasser, das für Säuglingsnahrung geeignet ist, gesetzlich vorgeschrieben: Mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter darf ein derartiges Wasser nicht mehr enthalten. Eltern von Babys und Kindern unter sieben Jahren sollten darauf achten, dass ihr Kind nur Wasser trinkt, das den Hinweis enthält: "Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung".