Grenzwerte
Das Problem der Grenzwerte
Angesichts der großen Menge an Wasser, das jeden Tag von den Wasserwerken aufbereitet werden muss und der Tatsache, dass nur der kleinste Teil des aufbereiteten Wassers zum Trinken und Kochen verwendet wird, stellen die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einen Kompromiss zwischen wirtschaftlicher und technischer Möglichkeit, gesundheitlichen Anforderungen und politischer Durchsetzbarkeit dar, sind jedoch für die Gesundheit des Menschen folglich nicht das Optimum.
Es ist nun mal eine Tatsache, dass viele Umweltgifte wasserlöslich und gleichzeitig geruchs- als auch geschmacksfrei sind und somit nur ein Bruchteil von den im Wasser gelösten Substanzen wirklich nachgewiesen werden kann. Allerdings testen große Wasserwerke das Wasser manchmal auf bis zu hundert Inhaltsstoffe, jedoch ist dies im Vergleich zu den über 100.0000 vom Menschen produzierten Chemikalien sozusagen ein Tropfen auf den heißen Stein. Die vom Wasserwerk durchgeführten Schadstoffanalysen erfassen in Wirklichkeit also immer nur einen Teil der tatsächlich im Wasser vorhandenen Stoffe und sind zudem grundsätzlich nur stichprobenhaft zu sehen, da Schadstoffgehalte im Grundwasser stark schwanken können. Der Nachweis von Verunreinigungen ist somit immer eine Frage der Analysetechnik.
Ferner berücksichtigen Grenzwerte weder mögliche Wechselwirkungen verschiedener Stoffe mit anderen Stoffen, noch die individuelle Konstitution des Verbrauchers, noch ist bekannt welche Langzeitfolgen aus der ständigen Ansammlung von Schadstoffen im menschlichen Körper entstehen, selbst wenn Schadstoffe unterhalb der angesetzten Grenzwerte liegen.
Es gilt unabhängig von der Diskussion ab welcher Menge ein Stoff einen Menschen schädigt: weniger Schadstoffe im Trinkwasser sind eine ideale Vorsorge für eine gute Gesundheit, denn all diese Stoffe, wenn sie auch nur in geringen Mengen vorhanden sind, können im Körper abgelagert werden und somit die Entstehung von Erkrankungen begünstigen. Gerade bei Hormonrückständen gehen manche Wissenschaftler davon aus, dass geringe Mengen stärker wirken, als mittlere Dosen.
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